News Ticker

END OF GREEN – Matrix 22.04.16

Es ist immer schön zu sehen, wenn eine schon lang etablierte und erfolgreiche Band sich immer wieder neue Leckerbissen einfallen lässt um Fans und Anhänger bei Laune zu halten. So auch die Jungs von END OF GREEN, die nicht einfach ein neues Album raushauen und damit auf Tour gehen, sondern einige ihrer Songs um arrangieren und sechs Städte mit ihrer „Darkoustic“-Show begeistern.

Bereits einige Stunden vor Einlass versammeln sich die ersten dunklen Gestalten vor der Bochumer „Matrix“ um der Akustik-Session der Stuttgarter Band beizuwohnen. Es ist zwar bitterkalt aber gejammert wird nur ab und zu. Als sich allerdings für das Genre viel zu bunte Menschen unter das Getümmel mischen, werden Bedenken laut. Ist das die richtige Veranstaltung? Hat „Darkoustic“ etwas mit Hardcore zu tun? Glücklicherweise werden diese Leute zu einer anderen Veranstaltung eingelassen, wodurch plötzlich Unruhen entstehen. Die einen dürfen rein in die Wärme, der schwarze Haufen muss vor der Tür stehen bleiben. Umso besser geht es allen, als endlich auch die „Depressive-Subcore“-Fans in die „Matrix“ eintreten dürfen.

Unten noch kurz vor der zweiten Tür gewartet, dann geht es endlich in die stimmungsvoll beleuchtete Halle, die sich auch direkt bis zum FOH füllt. Die Bühne ist eingerichtet wie ein Wohnzimmer, es liegen Teppiche aus, Stehlampen leuchten vor sich hin und das Schlagzeug im Hintergrund ist von einer Plexiglasscheibe umgeben. Ganz vorne stehen vier Hocker, die Lehnen zum Publikum gedreht und mit

den Namen der Musiker versehen. Nur der „Darkness“-Stuhl vom Herrn Sänger fehlt. Eine Insiderin berichtet, dass dieser Stuhl sich bereits bei der ersten Show selbstständig gemacht hat und für einige Lacher gesorgt hat. So wurde auf einen gewöhnlichen Barhocker umgesiedelt. Die Laune der Zuhörer steigt von Minute zu Minute und als dann endlich Rainer, Michael, Olli und Matze, angeführt von Michelle Darkness, die Bühne betreten, werden sie mit lauten Rufen, Klatschen und Jubellauten begrüßt.

End Of Green 22.04.16  (9)

Die vier Gitarrenmenschen nehmen auf ihren Stühlen Platz, bestückt mit akustischen Gitarren und E-Bass und mit einem Lächeln auf den Lippen beginnt der erste Song „Demons“. Bereits bei den ersten Klängen wird klar, dass dies ein ganz besonderer Abend wird. Der Opener von ihrem „Last Night On Earth“-Album ertönt in einem ganz neuen, verträumten Gewand und genau auf diesem Level bewegen sich auch die folgenden Songs. So geht es direkt mit dem Evergreen „Hurter“ weiter, der ebenfalls in dieser Version so herzzerreißend ist, dass einige Fans kurz schlucken müssen.

End Of Green 22.04.16  (4)

Zwischen den Songs glänzen END OF GREEN mit guter Laune, Herr Darkness begrüßt direkt zu Anfang die Fans mit „Hallo, zweite Heimat“ und lächelt immer wieder verschmitzt ins Publikum. Man kann ja sagen, was man will, aber so tief und traurig die Songs der Band auch klingen mögen, durch den sympathischen Auftritt der Jungs muss man sich einfach wohl fühlen. Auch als der Frontmann sich zum Schlagzeuger umdreht und sagt „Geht’s dir gut in deinem Aquarium?“ sind die Lacher auf seiner Seite. Generell fährt die Band eine grandiose Setlist auf, mit bekannten Livesongs aber auch Albumtracks, die man so auf der Bühne noch nie erleben durfte. Das absolute Highlight ist allerdings der normalerweise treibende „Goodnight Insomnia“, der in eine so einzigartige Version umgewandelt wurde, dass man ihn zwar noch absolut erkennt aber einfach nur umgehauen wird vom neuen Klanggewand.

End Of Green 22.04.16  (16)

Doch einfach nur spielen ist natürlich nicht drin! Während „Pain Hates Me“ wird ein Refrain plötzlich durch Billy Idols „Rebel Yell“ ersetzt, Calvin Russels „Crossroads“ wird gecovert und als ganz speziellen Leckerbissen gibt es sogar einen neuen Song, „Head Down“, auf die Ohren. Die Fans danken mit lauten Jubelrufen, allerdings auch mit dem starken Verlangen nach „Tragedy Insane“. Darkness‘ Antwort darauf: „Kommt ja noch. Jedes Mal wenn ihr einen Song sagt, streichen wir einen. Wenn ihr so weitermacht, sehen wir uns in zwei Minuten an der Bar“ und grinst.

 

Der allseits beliebte Track wird natürlich in der Zugabe gespielt, zusammen mit „Sunday Mourning“, der einfach mitten ins Herz geht und zum Ende haut die Band noch „Nice Day To Die“ raus, mit kleinen textlichen Änderungen, die als Tribut für Mr. Prince himself gedacht sind, der nur einen Tag vorher verstorben ist. Doch nicht nur Arrangement und Präsentation hauen die Zuhörer förmlich um, die Lichtshow ist so perfekt programmiert, dass jeder einzelne Fan absolut ins Träumen kommen muss. Dazu die gute Laune der fünf Musiker und man kann sich glücklich schätzen, bei diesem Event mit dabei zu sein.

Nach knapp zwei Stunden ist der Zauber vorbei, aber die Band lässt es sich natürlich nicht nehmen noch an ihrem Merchandise-Stand alles zu unterschreiben, was die Anhänger ihnen hinlegen, bereitwillig für Fotos still zu halten und sich rege zu unterhalten. Dafür nehmen sie sich alle die Zeit, die die Fans brauchen, sodass jeder einzelne an diesem Abend mit einem Lächeln nach Hause geht, oder noch ordentlich in der „Matrix“ abzappeln kann.

Danke für diesen großartigen Auftritt und bis zum nächsten Mal!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.