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LACRIMAS PROFUNDERE – Mit dem Konzeptalbum einen Wunsch erfüllt!

Vor kurzem veröffentlichten LACRIMAS PROFUNDERE ihr neues und ausgesprochen gutes Album „Hope Is Here“. Bei diesem Werk handelt es sich um das erste Konzeptalbum der Band und da musste ich doch direkt mal nachfragen wie alles so gekommen ist und was sich sonst noch so getan hat bei der Band.

LACRIMAS PROFUNDERE 2016 

Hallo Olli toll mal wieder, wenn auch sehr unpersönlich, ein kleines Mail-Interview mit euch zu machen. Da ich ja jetzt auf Gran Canaria wohne ist dies für mich einfach die einfachste Möglichkeit ein wenig mehr zu erfahren.  Danke das du dir die Zeit nimmst meine Fragen zu beantworten.

– Hey Gisela. Ja, immer wieder schön dich zu hören. Wow, Gran Canaria, da werde ich gleich neidisch. Vielen Dank, dass dir das Album gefällt. Bin gerade im Italien Urlaub mit meiner Familie. Du siehst, für dich nehm ich mir sogar im Urlaub Zeit.

3 Jahre hat es gedauert  bis endlich das neue Album veröffentlicht wurde. Warum die doch etwas längere Zeit?

–  Wir sind sehr viel getourt, haben Headliner der Wacken Roadshow tour gespielt, waren in China, Japan, Korea, Ungarn, haben mit unseren Zwillingen an Drums und Bass neue Leute integriert und ich muss zugeben, ein Konzeptalbum kostet doch mehr Zeit als wir uns das in unseren kühnsten Träumen gedacht hätten.

Mit SPV habt ihr ja nun ein neues Label. Seht ihr ein besseres Weiterkommen bei diesem Label als bei Napalm Records, oder was war der Grund für den Wechsel?

–  Ja und nein. Wir waren immer sehr glücklich mit unseren Freunden bei Napalm. Natürlich wurden nicht immer all unsere Wünsche erfüllt, aber wo ist das schon so. Der Hauptpunkt war ganz einfach in all den Jahren ist  der „pepp“ verloren gegangen und Napalm haben die letzten Jahre ja wirklich sehr viel bewegt, große Bands gesignt und ich gönne Ihnen den Erfolg von ganzem Herzen, aber als eine kleinere Truppe rückst du dann verständlicherweise im „Ranking“ nach hinten. Daher war es an der Zeit für uns mal weiterzuziehen, was Neues mit neuen Leuten zu wagen und genau bei dieser Platte, wo wir auch musikalisch wie ich finde großen Mut bewiesen haben, hat es einfach gepasst.

Mit „Hope Is Here“ habt ihr ja nun euer erstes Konzeptalbum veröffentlicht. Ich glaube, das war ein langer Wunsch von euch, oder?

– Auf jeden Fall. Wir wollten auch bereits um die „Antiadore“ ein Konzept spannen aber es fehlte uns an der genialen Idee. Ich denke einfach jede Band träumt irgendwann von einer Platte der eine fesselnde Konzept Story innewohnt, wir haben uns neben so vielen anderen Träumen, jetzt auch diesen Traum erfüllt und dass wir damit gleich den besten Chartentry – Top 30 – unserer Geschichte hinlegen würde, hätten wir selbst nie zu träumen gewagt..

Wie kam die Idee zustande?

– Ich hatte bei Elton Fernández dieses wundervolle Bild entdeckt und während der Vorproduktions Phase meinen Band Leuten gezeigt und jeder war sofort begeistert davon. Irgendwie  sprudelte es dann nur so aus uns heraus. Es war also ein reiner Zufall was den Ausschlag gab. Als  dann grob das Konzept stand, sind wir anders als früher an die Songs rangegangen, haben alles was an Melodien, Songstrukturen bereits stand, neu überarbeitet, Teile neu geschrieben, ganze Songs verworfen die zwar zu LACRIMAS, aber in unseren Augen nicht zur Stimmung des Bildes passten und all meine Ideen aufs neue durchgehört, mit dem Konzept fest im Kopf verankert. Die Reihenfolge auf der Platte nach dem Konzept ausgerichtet. Das hört sich jetzt sehr „verkopft“ an, aber es entstand wirklich alles sehr natürlich. Es war richtiggehend befreiend und für uns eine komplett neue Erfahrung und Herangehensweise und ich denke noch oft und gerne an diese Zeit zurück. Nach und nach bekam jeder dieses Gefühl, hier an etwas ganz besonderen dran zu sein und es fühlte sich wieder so sehr nach einfach nur „Band sein“ an. Wir wollten den Wald, seine Schönheit aber auch die Gefahren  vertonen und den Zuhörer förmlich ebenso in den tiefen Wald entführen. Diese Freiheit, die Schönheit der Natur und auch diese tiefgreifenden Dunkelheit waren unsere Triebfeder. Wir sind unseren Instinkten gefolgt und was gibt es schöneres, als dass man sich nach 20 Jahren Immer noch neu entdecken und erfinden kann.

LACRIMAS PROFUNDERE 2016-3 Foto christian vogel  

Was verbirgt sich hinter der Story?

–  Es geht um eine Reise mit all ihren  Gefahren,  Gefühlen, das Abenteuer und die plötzlichen Wendungen.  Der Hauptdarsteller sucht und versucht zu begreifen. Warum ist er im Wald?  Es geht darum was wirkliche Schönheit eigentlich ausmacht und ob aus dem Jungen ein Mann geworden ist, während der Zeit so alleine. Wir wollten den Jungen so gut es uns möglich war zum Leben erwecken und etwas das man eigentlich selbst erlebt haben muss, so gut es ging vertonen: die grenzenlose Freiheit. Wir haben immer versucht den musikalischen Spannungsbogen nicht zu verlieren. Alles beginnt sehr melancholisch und nachdenklich, steigert sich jedoch in Punkto Dramaturgie von Song zu Song.

Ich kenne und liebe eure Musik ja nun schon seit den Anfangstagen. Ich habe aber bemerkt, dass ihr euch immer mehr entwickelt und mittlerweile nicht mehr so im Gothic verwurzelt seid. Wie kam das zustande?

– Wir versuchen uns einfach immer wieder weiterzuentwickeln. Wir lieben den Gothic und die ganze Szene und wir werden uns niemals davon entfernen, jedoch hätte es einfach keinen Sinn ergeben, ein Konzeptalbum zu schreiben das klingt wie „Antiadore“, nur mit eben Konzept. Dann wäre es nicht ehrlich und wenn wir eines sind, dann ehrlich zu unserer Musik

Hast du einen Lieblingssong auf dem Album und warum?

– Da gibt es einige und eigentlich solltest du als Band auch erst ein Album veröffentlichen, wenn wirklich JEDER Song irgendwie dein Lieblingssong ist. Was mir live bei unserer Release Show vor drei Wochen in München aber auf der Bühne Gänsehaut bereitet hatte, im positiven Sinne(lacht), war der erste Song des Albums: „Worship Of Counting Down“. Als wir dann später mit Band und Crew im Backstage Bereich zusammen saßen, kam auch immer wieder dieser Track zur Sprache, also nehm ich den einfach mal…

Ihr hattet in der Vergangenheit einige Line-up Wechsel zu bewältigen. War das kein Problem die Identität von LACRIMAS PROFUNDERE zu bewahren, weil du ja der einzige bist, der die Band gegründet hat.

– Es ist immer traurig wenn dich Leute verlassen, aber es muss weiter gehen und mit den Zwillingen Clea und Chris sind keine für uns neuen Leute, sondern eigentlich alte Bekannte und vor allem Robs Freunde zur Band gestoßen. Da nach wie vor alles über mich läuft und wir alles gemeinsam entscheiden, wird die Identität von LACRIMAS PROFUNDERE immer gewährt bleiben. Fest versprochen!

Ich möchte mal ein wenig zurückgehen. „And Gods Ocean“ vom Album „Songs From The Last View“ wurde ja von einigen gecovert. Darunter auch zwei Versionen vom JackassStar Bam Margera  und Alissa White Gluz von ARCH ENEMY. Wie war das für euch?

– Ein Ritterschlag und eine große Ehre. Der „Gods Ocean“ hat es eh weit gebracht waren wir doch auch bereits im ZDF Montagskrimi damit vertreten. Mit Bam haben wir einen super Kontakt und die ARCH ENEMY Jungs und Mädel haben wir auch schon auf so einigen Festivals getroffen. Wir sind immer noch begeistert von der Version, aber es gibt auch einige Akustikversionen auf YouTube die uns sehr berührt haben.

LACRIMAS PROFUNDERE 2016-2 Foto christian vogel 

Auf „Antiadore“ hat sich ja mit Ricky Warwick einen Gastkomponisten. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

– Ich kenne Ricky über unsern Verlag Universal Music und die haben den Kontakt hergestellt. Wir haben dann 4 Songs zusammen geschrieben,  wovon 3 immer noch auf Veröffentlichung warten. Alleine diese Zusammenarbeit, seine Einladung zu GUNS´n ROSES als er Vorband war und unser erstes Treffen, war die Bandgründung vor 23 Jahren wert.

Stören euch eigentlich Vergleiche zu Bands wie HIM oder 69 Eyes?

– Ja, mittlerweile schon, weil, hey, wir versuchen gar nicht so zu klingen wie die (lacht) und im Ernst, wir tun es auch nicht.  Ich beschäftige mich ja mehr als mein halbes Leben mit Musik, also sage ich einfach mal, das ist als vergliche man HELLOWEEN mit MANOWAR. Es gibt eben nicht gerade viele Bands im Gothic Bereich mehr da draußen, also wird einfach mit den beiden Vorreitern, jeder über einen Kamm geschert. Wir sind sicher nicht METALLICA, aber wenn wir etwas verdient haben in 23 Jahren harter Arbeit, dann, dass man anerkennt, dass wir unseren eigenen unverwechselbaren Sound kreiert haben.

Das Album ist ja nun veröffentlicht. Wie sind denn die Reaktionen auf euer neues Album „Hope Is Here“ ausgefallen?

– Sehr positiv, meist wird auf diese Frage ja in der Regel die Floskel: wow das hätten wir nicht erwartet wie hervorragend die neue Platte alle finden geantwortet und dann mal einfach die durchschnittlichen Kritiken vergessen.  Wir sagen einfach wir hatten Bammel vor dem Experiment und wussten du kannst es nie jedem recht machen. schreibst du wieder eine „Antiadore“ sagt der eine, wir wiederholen uns und machst du was neues wie dieses Konzept, schreibt der andere es fehlen aber Songs in Richtung „Antiadore“. Alles was ich bislang gelesen habe ist super, aber evtl. hält die Plattenfirma die ganzen schlechten Sachen nur vor mit zurück (lacht)! Was uns eh am meisten bedeutet und wo wir auch jede Zeile selbst lesen, sind die Reviews der Leute die unsere Platten kaufen auf Amazon, EMP oder iTunes.

Ihr seid ja nun schon ganz gut in der Welt herum gekommen, u.a. China, Japan, Korea und auch Südamerika. Wie ist es eigentlich in solch fernen Ländern zu spielen?

– Wir werden da ganz old School mäßig per Mail angefragt, entweder direkt oder über unsere Booker. Aber jedes Angebot können wir dann leider nicht annehmen, auch wenn wir es immer versuchen, zumal uns besonders neue Länder zu entdecken immer am meisten reizt. Aber bitte keine Anfragen mehr ob wir nicht auf einer Geburtstagsparty, der Grillfreier oder der Hochzeit des besten Freundes spielen würden…! Weil das werden wir nicht machen (lacht).

Jetzt noch eine Standardfrage, was ist für die nächste Zeit bei euch geplant?

IN EXTREMO Support, noch zwei Festivals: das „Autumn Moon“ in Hameln und das „Schattenwelt“ in Wien und dann geht’s im Januar und Februar auf Doppel Headliner Tour mit unseren guten Freunden von A LIFE DIVIDED.

Möchtest du noch irgendetwas zu euren Fans, oder die die es werden wollen zu sagen?

– Danke, einfach nur ganz fettes riesengroßes Danke an alle die unsere Platten gekauft haben. Wer uns kennt oder uns live besucht hat weiß, es kommt von Herzen, wir wissen wer uns dieses Abenteuer zu erleben ermöglicht, also wenn ihr das Album noch nicht kennt, hört rein. Wir sehn uns auf Tour, lieben Dank für das schöne Interview,

Oliver Nikolas Schmid

Der Dank geht zurück an Oliver, denn die Shows sind immer aufregend und ihr könnt euch auf diese Events freuen.

 

http://www.lacrimas.com

https://www.facebook.com/lacrimasprofundereofficial

LINK zum Review

 

Pictures: Christian Vogel

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