D-A-D
Endlich etwas Neues aus dem Hause D:A:D. Pünktlich zum Sommer hat das dänische Dream-Team mit ´Everything Glows´ einen würdigen Nachfolger für das letzte Studioalbum ´Simpatico´ an den Start geschickt. Aus dem Album hört man heraus, dass man sich ein wenig wieder an alte Zeiten orientiert hat. Aber bei D:A:D ist es ja nichts Neues, denn jedes Album der Dänen hat seinen eigenen Charakter und vor neuen Einflüssen hat man keine Scheu. Das macht die Band ja so sympathisch. Um ein wenig Hintergrundinformation zum neuen Album zu erfahren, konnte ich in den heiligen Hallen der EMI auch das nachfolgende Interview mit Sänger Jesper Binzer führen. Los geht’s!
Das neue Album wurde in Dänemark schon im April veröffentlicht. Hier kam es aber erst Ende Juni auf den Markt. Warum diese unterschiedliche Veröffentlichungsdaten?
– Für uns war es wichtig das Album im April zu veröffentlichen. Aber die Plattenfirma meinte, dass dies ein wenig verfrüht wäre für Deutschland und man wollte erst einmal sehen, wie das Album in Dänemark ankomme. So kam der frühe Release von ´Everything Glows´ in Dänemark zustande, obwohl uns lieber gewesen wäre dies zeitgleich zu machen.
Die Reaktionen auf das Album in Dänemark waren ja phantastisch.
– Richtig, die Magazine und auch die Radiostationen haben das Album regelrecht abgefeiert. So tolle Reaktionen haben wir bei den anderen Alben nicht erfahren, obwohl diese auch mehr als erfolgreich in Dänemark waren.
Ich hatte immer schon „Probleme“ beim ersten Anhören von D:A:D-Alben. Aber nach mehrmaligem Hören liebte ich die älteren Alben umso mehr, weil die Feinheiten, die diese Werke so liebenswert machen, erst nach mehrmaligem Anhören zur Geltung kommen.
– Das ist auch immer ein gutes Zeichen für ein gutes Songwriting, obwohl es für uns immer ein Ausdruck unserer Gefühle ist. Aber ich denke, dass sich ein Hörer immer erst in diese Gefühlslage einbringen muss.
Für mich sind alle Songs außergewöhnlich gut. Mein spezielles Lieblingslied ist aber das mit tropischem Feeling ausgestattete ´Kiss Between Your Legs´. Der Rhythmus geht einem sofort ins Blut.
– Wir hatten auch sehr viel Spaß beim recorden dieses Songs. Man konnte regelrecht die tropischen Inseln im Studio fühlen und das im kalten November.
Mit Sand?
– (Jesper lacht) Natürlich der darf nicht fehlen. Es war ein tolles Feeling was bei diesem Song herrschte.
Ihr seid ja dafür bekannt, dass der Sound von Album zu Album wechselt. Ist das Songwriting deswegen nicht schwieriger für euch?
– Es ist schwieriger für uns, aber wir wollen uns einfach nicht wiederholen und unser Songwriting kommt deshalb auch mehr aus dem Bauch heraus. Aber mit der Gefahr der Wiederholung im Kopf wird dieses Bauchgefühl das ein oder andere Mal auch ziemlich stark gehemmt. Die ganzen Songs, die wir dann geschrieben haben, gehen dann auch erst durch die Prüfung von allen Bandmitgliedern und erst nachdem alle damit einverstanden sind, kommen sie auf das Album.
Das Material ist gegenüber der letzten Scheibe ´Simpatico´ wieder wesentlich härter und schneller ausgefallen.
– Das ist richtig, aber wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Das härteste Album von uns war mit Abstand ´Helpyourselfish´. Das Tempo haben wir dann bei ´Simpatico´ etwas herausgenommen, obwohl dieses auch mit schnelleren Passagen versehen war. Die Zeit für das Songwriting und die Recordings hat auch nur ein Jahr gedauert. Wie jeder weiß ist dies eine enorm schnelle Zeit für uns.
Genau, denn für ´Helpyourselfish´ habt ihr fast 2 1/2 Jahre gebraucht.
– Das war auch eine harte Zeit für uns dieses Album überhaupt auf die Beine zu bekommen, denn wir sind im Grunde Perfektionisten, die immer alles richtig machen wollen.
Der Unterschied von ´Helpyourselfish´ zu ´Everything Glows´ ist ja auch enorm.
– ´Helpyourselfish´ war das schwerste Album für uns, denn es war nicht nur das härteste was wir jemals gemacht heben, nein auch textlich ist es ganz anders ausgefallen als unsere Veröffentlichungen vorher. Für diese Scheibe haben wir realitätsbezogene und ernstere Themen verwendet, was in der Vergangenheit ja nicht der Fall war. Für ´Everything Glows´ haben wir uns lange zusammen gesetzt und überlegt, was uns eigentlich wichtiger ist. Wir kamen zu dem Schluss, dass die ironischen Texte für D:A:D das Markenzeichen waren und deshalb geht es textmäßig auch wieder ironischer zu. Dies alles wurde dann in leichter zugänglicheren Sound eingebunden. Ich glaube, dass dies auch genau das ist, was die Fans von uns erwartet haben.
Für frisches Blut sorgt nun auch Laust Sonne, der den Drumstuhl von Peter Jensen übernommen hat.
– Er ist wirklich frisches Blut für uns. Man stelle sich vor, als Peter den Austritt angekündigt hatte, hörten wir uns einige Demotapes von Drummern an. Laust gefiel uns am besten. Als wir ihn kontakteten und ihn fragten ob er nicht bei uns einsteigen wollte, sagte er vehement nein. Ich dachte nur: „Was, er will nicht bei der großen Band D:A:D einsteigen.“ Aber nach einer langen Überzeugungsphase hat er sich dann doch für uns entschieden und wir sind sehr glücklich darüber, denn er bringt wirklich frischen Wind in unsere Band.
Da musste ich doch direkt die Frage an Laust weitergeben, warum er sich sträubte bei D:A:D einzusteigen.
– Das Problem war für mich, dass ich zur damaligen Zeit noch in Los Angeles wohnte und in einer anderen Band involviert war. Ich war eigentlich sehr zufrieden mit diesem Job. Als ich aber bei einer Session zusammen mit D:A:D im Studio war, bemerkte ich, dass es mir sehr viel mehr bedeuten würde, als festes Mitglied bei der Band einzusteigen. Heute bin ich froh diesen Schritt gemacht zu haben, denn ich fühle mich in dieser Band wohler als in meiner früheren Band. Es ist ein homogeneres arbeiten als früher.
Warum hat denn Peter die Band verlassen?
– Er hatte keine Lust mehr auf den Rockzirkus. Er erklärte sich aber bereit die letzte Tour noch mit uns zu bestreiten, damit wir auch genug Zeit hatten um uns um Ersatz für ihn zu kümmern. Der Ausstieg überschattete die überaus erfolgreiche Tour für uns doch ein wenig. Wir sind aber heute um so glücklicher, weil wir in Laust mehr als einen guten Drummer gefunden haben, der nicht nur Ersatz ist.
Bei solch unterschiedlichen Alben stellt sich natürlich die Frage, auf welche Musikrichtungen die einzelnen Bandmitglieder so stehen.
– Also meine bevorzugte musikalische Stilrichtung ist der moderne Rock bis hin zum Acidrock. Laust hört sich fast alles an, vor allem aber den schnelleren Sound. Stig ist sehr stark mit dem Country und dem Rock verwurzelt und Jacob hört sich am liebsten Drum und basslastige Musik an.
Die Shows von D:A:D sind ja immer gespickt mit originellen Ideen. So wurde für das ´Bad Craziness´-Album ein Wohnzimmer auf die Bühne gestellt und Peter saß mit seinem Schlagzeug auf einem überdimensionalen Sofa. Bei der ´Simpatico´-Tour flankierten riesengroße Simpatico-Cola-Flaschen das Bühnenbild. Gibt es für eure neue Tour auch wieder ein neues Bühnenoutfit?
– Ja wir haben dieses Mal auch wieder ein spezielles Outfit für die Bühne. Es wird sich natürlich wie immer um das Album drehen. Aber lass dich einfach überraschen es wir wieder sehr farbenfroh.
Mit ´Everything Glows´ ist der Band ein ehrliches D:A:D-Album geglückt, welches uns Hunger auf die kommenden Shows im Oktober macht. Lassen wir uns also überraschen mit welchem Outfit die Bühne und vor allem Stig Pederson ausgestattet ist.
Story: Gisela
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