SIGMA
Auch aus Italien sind neben Pop mitunter Metal-Töne zu hören. Aus der Formation LOVE MACHINE, die sich 1997 auflöste, entstand 1998 in Milano die Metal-Band SIGMA. Zu ihr gehören Val Shieldon (vocals), Max Adams (guitar), Frank Rider (guitar), Pasko (bass), A.J. (keyboards) and Andrew Dal Zio (drums). Am 10.07.2000 ist – frisch gebrannt – ihr Debüt-Album auf den Markt gekommen. Max Adams stand mir über Handy, verbunden mit einigen technischen „Gebirgsproblemen“, Rede und Antwort zu dem ersten Album „Sigma“
Wie kamt ihr auf eurem Bandnamen SIGMA?
– Als wir uns entschlossen haben eine neue Band zu gründen – wir sind eine Band und kein Projekt – da mussten wir natürlich auch einen Namen finden. Und so fingen wir an zu suchen. Anfangs wollten wir uns Legacy nennen aber dann kam der Sänger Val Shieldon zu uns und wir suchten erneut nach einem Namen und entschieden uns schließlich für SIGMA. Sigma ist ein Buchstabe aus dem griechischen Alphabet und es bedeutet für uns Vollkommenheit … und wir sind nicht vollkommen. Wir finden, SIGMA ist für uns der ideale Bandname.
Sehr interessant ist das Spiel zwischen den Gitarren und der Stimme. Der Sound ist relativ schnell und aggressiv, die Stimme hingegen ist klar, teilweise soft und eposmäßig.
– Wir sind eine Heavymetal Band – mit englischer Heavymetal Schule – und wir mögen es sehr, wenn die Gitarre und das Schlagzeug sehr laut sind. Wichtig ist allerdings für uns, dass die Melodielinie erhalten bleibt. Die Kombination der Instrumente und der Melodie muss stimmig sein. Ich denke, das ist auch für den Zuhörer notwendig, damit er sich an unsere Songs erinnern kann. Der Wiedererkennungswert ist ausschlaggebend für uns. Ich denke, Val ist einer der besten Sänger in Europa. Er hat eine sehr gute, gefühlvolle Stimme und hat eine klare Vorstellung von den Songs. Sein Musikstil ist geprägt von der klassischen Musik und er weiß seine Stimme effektvoll einzusetzen. Für uns ist das sehr wichtig, denn Val’s Stimme ist das Markenzeichen von SIGMA.
Die Gitarren-Riffs wirken mitunter sehr aggressiv dagegen ist die Stimme eher melodisch, manchmal sogar beinahe romantisch.
– Nun, wenn wir Heavy-Metal machen, dann lieben wir die Power, die Aggressivität. Der Sänger hingegen soll melodisch sein. Eine meiner Lieblingsbands sind die Scorpions. Ihr Heavy-Metal ist hart, aggressiv und voll Power aber dennoch sehr melodisch. Durch die Stimme von Klaus Meine, wie ich finde: einer der besten Sänger der Welt. Und wir wollen eben auch die melodische Stimme unseres Sängers hervorheben und unsere Instrumente stellen den „Sockel“ dar. Die Leute mögen es, wenn sie die Melodielinie wiedererkennen und die Melodie mitsingen können. Wir finden es auch gut.
Ihr liebt die Power, das Tempo in euren Songs. Es entsteht dadurch eine interessante Reibung zwischen dem Sänger und den Instrumenten.
– Ja, das ist unsere Art.- Wir sind eine italienische Band und das ist unser Stil. Wir lieben das Tempo, die Power. Es ist interessant, wenn ein Kontrast zwischen der Stimme und den Instrumenten entsteht. Das macht unser Album interessanter.
Wer ist verantwortlich für die Musik beziehungsweise für die Lyrik?
– Hinsichtlich der Musik bringt sich jeder in irgendeiner Form ein. Val hat die gesamte Lyrik geschrieben. Wir haben 1998 begonnen die Songs für unser Debütalbum zu schreiben, und haben praktisch 2 Jahre an den Stücken herumgefeilt und -gebastelt. Ich mag unser Album und ich denke es kann sich sehen lassen. Ich hoffe, das sich unser Album „Sigma“ auf dem Plattenmarkt behaupten kann und bei den Leuten Gefallen findet.
Habt ihr euer Album selber produziert?
– Unser Album haben wir im November/Dezember 1999 in den Rogers Studios in Mantova (Mailand) eingespielt. Es ist unser erstes Album und es war sehr wichtig für uns. Daher haben wir es von Dave Rogers und Fabrizio Giruzzi produzieren lassen.
Was hat euch zu diesem Cover inspiriert. Es erscheint von den Farben relativ kalt und kraftlos und auch diese mystischen Kampfkolosse wirken sehr hart.
– In der Mitte kannst du das Sigmazeichen sehen. Und zwei Wächter die unser Symbol bewachen. Das Cover soll die Phantasie bzw. die Mystik unserer Lyriks unterstreichen.
Das stimmt, eure Lyrik ist sehr mystisch. Ihr sprecht u.a vom End Of Time – Nightmare – Legacy.
– Wir versuchen Geschichten zu erzählen, die von unseren Alpträumen, Träumen, Gefühlen oder dem Ende erzählen. „End Of Time“ handelt z.B. vom Kosovo-Krieg. Hier haben wir unsere Ängste, unsere Wut und unsere Abscheu zum Ausdruck gebracht. Wir sind gegen jede Art von Krieg, weil er sinnlos ist. Oder hat es etwa einen Sinn sich gegenüber zu stehen und sich gegenseitig zu töten … – Wir versuchen unsere Geschichten mit Hilfe unserer Phantasie in die Lyrik einzubringen. Ich glaube, dass die Phantasie für alle Menschen eine große Bedeutung hat. Sie hilft schwere Zeiten zu überstehen, wenn du dich mies fühlst, traurig bist usw.. Sie trägt dich in andere, vielleicht schönere Welten. Wir lieben es mit unserer Phantasie zu spielen – Geschichten zu erzählen die mystisch oder magisch sind. Es ist wahr, wir lieben diese Art von Lyrik. Natürlich finden wir unsere Stories auch im normalen Leben – durch die Menschen – durch das Fernsehen und auch allein durch unsere Arbeit, unser Zusammensein.
Was plant ihr als nächstes?
– Oh, wir haben in diesem Jahr viel zu tun. Da ist als erstes die Promotion für unser Debütalbum „Sigma“. Dann planen wir für September/Oktober eine Live-Tour durch Europa als Support für Major-Acts. Und danach werden wir an unseren zweitem Album arbeiten.
Ich denke diese Frage wird dir sicher häufiger gestellt: Warum habt ihr den Song „Maniac“ (Film: Flashdance) gecovert?
– Maniac … wir mögen diesen Song. Wir haben ihn schon vor langer Zeit für uns in Heavymetal-Stil bearbeitet. „Maniac“ zu covern war für uns eine Herausforderung, und nur wenige Bands haben es zuvor getan. Die Art und Weise wie wir ihn spielen ist unterschiedlich zu unseren anderen Stücken. Wir spielen diesen Song jedenfalls sehr gerne und hoffen, dass die Leute „Maniac“ auch in Heavymetal-Manier lieben werden.
SIGMA hat mit ihrer Scheibe bewiesen, dass sie ihre Songs sehr vielseitig und abwechslungsreich kreiert. Die Coverversion des Songs „Maniac“ ist ein gelungener Gag, aber auch ohne „Maniac“ ist SIGMA ein gelungenes Debütalbum gelungen.
Story: Gabi Peiter
Kommentar hinterlassen