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SOLAR FAKE – Another Manic Episode

Veröffentlichung: 30.10.2015

Stil:  Electro, Synthpop, EBM, Industrial, Wave
Label: Synthetic Symphony/SPV
Homepage: http://www.solarfake.de

Facebook: https://www.facebook.com/SolarFake

 

Mit dem Longplayer „Another Manic Episode“ legen die Melodic-Electro-Spezialisten von SOLAR FAKE ihr viertes Werk vor. Das Duo bestehend aus André Felleran den Keyboards und Mastermind & Sänger Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) wagt eine Gratwanderung zwischen harten Klängen und sanften Melodien, gepaart mit fesselnden Texten und gefühlvoller Stimme. Dies gelingt ihnen in gewohnter Präzision, jedoch nicht ohne die ein oder andere Überraschung für den Zuhörer bereit zu halten.

Der Silberling beginnt viel versprechend mit dem Opener „Not What I Wanted“. Sofort möchte man zu dem soliden elektronischen Klangteppich und den harten Beats lostanzen und seinen Frust herauslassen. Entgegen des Titels ist das Stück aber mit Sicherheit genau das, was man will! Etwas aggressiver und schneller wird es mit „Fake To Be Alive“. Die schnellen Beats und die tiefe Gesangsstimme machen das Ganze rund und zu einem EBM-lastigen Stück, welches man sofort mehrmals hintereinander hören muss. Mit der im Vorfeld Ausgekoppelten Single „All The Things You Say“ wird es etwas ruhiger und geht in Richtung Trance. Der zurückhaltende Gesang klingt ein wenig wie eine gelungene Mischung aus Schiller und Wolfsheim, ist aber immer noch klar als Sven Friedricherkennbar.

„Under Control“ geht deutlich mehr in Richtung Industrial. Mit schnellen harten elektronischen Beats kombiniert mit der sanften Stimme von Sven und einem wunderschönen Text. So mag ich das! Komplett anders klingt dagegen „Until It’s Over“: sanft, eingängig und traurig mit einer poppigen Note. Genau das Richtige um das Kopfkissen vollzuheulen. Wie war das gerade mit Heulen? Nix da, mit „Observer“ steigt sofort wieder die Stimmung, das Songintro schleicht sich ins Ohr und auf einmal will man nur noch eines, in den nächsten Club! Noch ein wenig härter ist „The Race Of The Rats“, mit verzerrter Gesangsstimme, EBM-lastigen Sound und einem guten Arrangement. Diese Härte ist man von dem Duo gar nicht gewohnt, doch passt es absolut. Für diesen Song muss man aber meiner Meinung nach in der richtigen Stimmung sein, zum Beispiel nachts auf einer freien Autobahn.

Bass, Drums, Gesang – so begrüßt uns der nächste Titel „If I Were You“. Der sparsam eingesetzte Synthie-Sound lässt die Stimme von Sven schön im Vordergrund stehen, selbst während des deutlich aktiveren Mittelteils bleibt sie stets präsent. Ein gutes Stück Musik was hier präsentiert wird. Noch besser wird es mit „I Don’t Want You In Here“, einer meiner persönlichen Favoriten auf diesem Longplayer. Ruhig und mit einer traumhaften Melodie nebst großartigem Text kann man sich hier so richtig in diesem Lied verlieren. Einfach nur toll!

Doch leider hat alles einmal ein Ende, hier ist es die Bitte „Stay“, mit der das Album einen gefühlvollen Ausklang findet. Eine Frage drängt sich jedoch auf: „Herr Friedrich, wollen sie uns das Herz zerfetzen?“ Ein brillanter Text und eine wundervoll melancholische Kulisse die ein Gefühl überträgt, als wenn jemand anderes eine Tür schließt, die man selbst nicht geschlossen haben will. Eine Empfindung, die die meisten von uns sicher nur zu gut kennen.

Fazit: Ein solide gemachtes Album, das viele Perlen zu bieten hat, ohne nennenswerte Schwächen zu zeigen. Dem Berliner Duo gelingt es sehr gut Gefühle und Stimmungen zu übertragen und diese in Musik zu fassen. Ist dies ein Album, was man unbedingt besitzen sollte? Definitiv ja! Es ist eine Bereicherung im CD-Regal die man immer wieder hören wird.

Tracklist:
01. Not What I Wanted
02. Fake To Be Alive
03. All The Things You Say
04. Under Control
05. Observer
06. Until It’s Over
07. The Race Of The Rats
08. If I Were You
09. I Don’t Want You In Here

10. Stay

 

Review by: Helga Weigand

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