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SHAKRA – Ich habe auch lange gezweifelt, ob wir „High Noon“ einfach so toppen können!

Mit „Snakes & Ladders“ veröffentlichten SHAKRA nun das zweite Album nach der Rückkehr von Sänger Mark Fox. Mit ihrem letzten Album „High Noon“ hatten sie ein starkes Album veröffentlicht und für mich war es das Beste was die Schweizer je veröffentlicht haben. Nun hieß es dieses zu toppen und sie schafften es wieder, denn „Snakes & Ladders“ klingt zwar ein wenig anders, aber es ist zu 100% SHAKRA. Da musste ich doch wieder nachfragen wie es dazu gekommen ist und was die Zeit zwischen „High Noon“ und „Snakes & Ladders“ SHAKRA gebracht hat. Mit Gitarrist Thomas Muster versuchte ich dies alles zu erörtern. 

Zu Beginn des Interviews würde ich gerne erfahren wie ihr die Zeit nach dem letzten Album erlebt habt, denn dadurch das Mark Fox hat sich doch einiges verändert.

– Nun, wir waren natürlich heiß darauf, endlich wieder in dieser Besetzung auf die Bühne zu gehen! Aber das hat alles wunderbar gepasst, Mark gehört halt einfach zu uns. Musikalisch gab es da ja ohnehin nie Probleme, all der Ärger der vergangenen Zeit hatte mit Businesstechnischen Dingen zu tun. Dadurch, dass wir mit „High Noon“ ein ziemlich erfolgreiches Album am Start hatten und auch auf der Bühne wieder eine Einheit bildeten, waren wir natürlich umso motivierter, ans neue Werk heran zu gehen.

Wie war die Reaktion der Fans auf den Wiedereinstieg von Mark? Wart ihr sehr nervös gewesen?

– Ja klar, schon ein bisschen. Allerdings ist es immer so. Wenn Du selber überzeugt bist von dem was du tust, dann brauchst du dich auch nicht zu fürchten vor den Reaktionen der Fans. Die allermeisten Leute habe das ja auch so gesehen wie wir, nämlich dass SHAKRA einfach stärker sind mit Fox. Und klar gab es die paar negativen Stimmen. Die gibt es aber grundsätzlich immer, egal was Du grad tust. Damit lässt sich aber gut leben, schließlich wäre die Alternative gewesen, – zumindest für mich – die Gitarre ganz an den Nagel zu hängen. Der Erfolg von „High Noon“ gibt uns ohnehin Recht.

Nach „High Noon“ dachte ich das keine weitere Steigerung möglich wäre, aber da habe ich mich getäuscht. Wie lange habt ihr für das fantastische Album „Snakes & Ladders“ gebraucht?

– Ooh, vielen Dank für die Blumen! Und ganz ehrlich: Ich habe auch lange gezweifelt, ob wir „High Noon“ einfach so toppen können, oder zumindest den Level halten. Nun, das Songwriting hat so 3, 4 Monate gedauert und die Aufnahmen inkl. Mix und alles dann auch nochmal so lange.

SHAKRA 1 2017

Ich habe gelesen, dass alle Ideen zu den Songs von Mark Fox und natürlich dir kamen, ist das richtig?

– Ja, so ist es. Ich schreibe ja eigentlich ständig zuhause, aber die zündenden Ideen wollten lange Zeit einfach nicht kommen. Ich meine, ich hatte schon immer wieder Ideen zu Riffs und Melodien, aber ich merke sofort ob eine Idee was taugt oder eben nicht. Der Auslöser war dann schlussendlich ein Festival mit RAMMSTEIN im Juni 2016 hier in der Schweiz. Wir haben schon am Nachmittag gespielt und auch nur sehr kurz. Insofern nicht weltbewegendes, aber nur schon rein die Größe der Bühne und des ganzen Geländes hat mich ziemlich beindruckt. Jedenfalls hab ich unmittelbar danach „Cassandra’s Curse“ geschrieben. Es brauchte einfach dieses große Ereignis, um selber auch wieder große Ideen zu entwickeln. Ich lasse mich ohnehin immer von den großen Bildern leiten. Wenn ich Songs schreibe wie „Cassandra’s Curse“, dann stelle ich mir in erster Linie vor, ob das auf der großen Bühne funktioniert, nicht im kleinen Keller. So ist dann das Album innerhalb weniger Monate entstanden. Zumindest die Musik. Mark hat dann wie immer die Texte später geschrieben und Thom hat schließlich noch die Solis beigesteuert. Da wüsste ich nicht mal, wie lange er so braucht um all die Parts zu entwickeln. Aber wohl auch eher lange, das Ergebnis ist ja auch immer sehr geil.

Wenn ich mir das Album so anhöre ist es für mich eher ein „Back To The Roots“ Album, seht ihr das genauso?

– Ehrlich gesagt nicht wirklich, für mich klingt es einfach zu 100% nach SHAKRA. Ich denke, unsere Roots haben wir eigentlich gar nie verlassen.

Das die Songs 100% nach SHAKRA klingen bedarf keiner Frage, aber für mich steht z.B. der Song „Rollin´“ der ein wenig in die Schiene von den Rolling Stones schlägt und damit auch „Back To Thee Roots“.

– Ach so, ich weiß was Du meinst „Rolling“ geht natürlich schon etwas weiter zurück, schon das Riff ist ja sehr old-schoolig und bluesig. An die Stones hätt ich jetzt aber eher nicht gedacht, weil ich auch nie ein Fan war von denen. Ich kann Dir auch überhaupt nicht sagen, was mich veranlasst hat dieses Lick zu spielen… das hat sich einfach so ergeben und ich dachte mir: Wow, ziemlich cool, das passt doch auch mal auf ein SHAKRA-Album. Nicht grad als Opener, aber so schön eingepackt in die andern Songs kommt der wirklich cool daher.

Das Gleiche trifft ja auch auf den letzten Song des Albums „End Of Days“ zu, denn er geht auch in Richtung „Back To The Roots“. War euch das wichtig zu zeigen wo ihr herkommt?

– Das ist lustig, viele Leute sahen da schon Parallelen zu URIAH HEEP’s „Lady In Black“. Dabei hab ich nicht im Geringsten daran gedacht als ich den Song schrieb. Aber ich finde den Vergleich auch nicht etwa störend. Ich wollte aber nicht bewusst was in der Art machen. Auch hier, die Idee floss eines Tages aus mir heraus, warum auch immer… ich dachte eigentlich eher nicht, dass „The End Of Days“ es auf das Album schaffen würde, aber Thom wollte den Song unbedingt mit drauf haben und da ist er nun! Und die Leute scheinen ihn zu mögen.

Das Album trägt de Titel eines Leiterspiels, nämlich „Snakes And Ladders“. Stand dieser Titel schon von Anfang an fest?

– Nee überhaupt nicht. Das Album trug ja lange Zeit den Arbeitstitel „11“. Weil‘s halt das elfte Studio-Album ist. Da war der Titel naheliegend. Aber die Aussage von „11“ ist irgendwie… wie soll ich sagen… gleich Null. Ich meine stellen wir uns ein Interview vor: Warum heißt das Album „11“? Eben, weil es das Elfte ist…… Ende der Durchsage. Mehr kannst Du dazu nicht sagen. Da gibt natürlich „Snakes & Ladders“ schon etwas mehr her. Als Songtitel ist der eher zufällig entstanden. Vermutlich hab ich den Begriff irgendwo mal aufgeschnappt, und dann wieder vergessen. Als ich den Song schrieb hab ich „Snakes and Ladders“ jedenfalls genau an der Stelle wo die Worte nun eben stehen so für mich mitgesummt… und dachte: Was hab ich da genau gesungen? „Snakes and Ladders“? Was zum Geier bedeutet das? Ich hatte es eben tatsächlich wieder vergessen. Also schnell googeln und siehe da, es ist das Leiterspiel, cool, den Songtitel nehmen wir doch! Und irgendwann hat sich dieser Songtitel dann auch als Albumtitel aufgedrängt, weil eben „11“ aus dem Spiel war und was Besseres, Aussagekräftigeres her musste.

SHAKRA 2 2017

Kann man ja auch ein wenig auf die Aufs und Abs von SHAKRA beziehen, oder?

– Ja absolut! Wenn ich an die ganzen Sängerwechsel denke…  Oder auf das Leben überhaupt. Es geht nun mal rauf und runter. Wobei im Leben bei Weitem nicht alles nur Glückssache ist wie im Spiel. Und in der Band auch nicht. Aber es geht darum, dass Du es immer wieder versuchst, nachdem was nicht so funktioniert hat wie Du dir das vorgestellt hast.

 „Snakes & Ladders“ ist ja wenn euer 11. Album und alle Alben waren immer außergewöhnlich. Woher nehmt ihr immer wieder die Motivation weiter zu machen, denn ihr habt ja in KROKUS und GOTTHARD eine große Konkurrenz in der Schweiz.

– Das ist bei uns etwa so wie im spanischen Fußball: Da stehen auch Real und Barca vorne, und Atletico ist die Nummer drei. Und das sind wir. Halt vielleicht hinter den großen beiden, aber hey: Immerhin die Nummer 3! Du kannst aber auch zurückschauen, wer alles so hinter Dir steht, und das ist eine ganze Menge, glaub mir! Die würden alles geben, um da zu sein, wo wir stehen! Ich meine, ich kann von der Musik leben seit vielen Jahren, das ist ziemlich cool und stellt beileibe genug Motivation dar, um immer weiter zu machen.

Welche Ziele habt ihr noch für die Band in der kommenden Zeit.

– Ich könnte jetzt sagen, ich will mal so groß werden wie AC/DC. Nur ist das ziemlich unrealistisch, haha. Allerdings versuche ich schon immer, jedes Album noch etwas besser zu machen, coolere Riffs und zwingendere Melodien zu schreiben. Du musst ja versuchen Dich ständig zu verbessern. Was dann passiert entscheiden eben die Fans.

Welche Pläne habt ihr nun nach der Veröffentlichung?

– Wie immer, raus auf die Bühne geht’s! Allerdings sollten wir wohl erst noch ein bisschen proben für die Tour ab Februar. Damit wollen wir eigentlich im Dezember anfangen. Vorausgesetzt ich komme dazu, vor lauter Interviews machen.

Ich wünsche euch alles Gute für die kommende Zeit und das alles in Erfüllung geht was ihr euch wünscht.

– Vielen Dank Gisela! Das wünschen wir Dir auch!

 

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